In den letzten Jahren hat die Quartierentwicklung in der Bochumer Hustadt einen immer größeren Stellenwert eingenommen. Zurückzuführen ist dies nicht zuletzt auf die veraltete Siedlungsstruktur der Großwohnsiedlung und damit einhergehenden baulichen und sozialen Problemlagen. Die Stadt Bochum reagierte auf die Schieflage und erkläre das Quartier 2007 zum Stadtumbaugebiet.

Stadtumbau heißt vereinfacht, dass die Stadt Bochum mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundes und der Europäischen Union große Anstrengungen unternimmt, um die Innere Hustadt wieder zeitgemäßer und lebenswerter zu machen. An den mittlerweile 40 Jahre alten Gebäuden und Plätzen hat an der einen oder anderen Stelle der Zahn der Zeit genagt. Mauern und Treppen sind bröckelig geworden, Zugänge zu den Häusern schlecht aufzufinden, der schöne Baum- und Buschbestand hat hier und da überhand genommen und auf dem Brunnenplatz fließt schon lange kein Wasser mehr. Das Ziel des Stadtumbaus ist es, die Hustadt umfassend zu verschönern und für die kommenden Jahrzehnte als Wohnort und Heimat von über 3.000 Menschen fit zu machen.

Für die Umsetzung des Prozesses wurde von 2008 bis 2014 ein Stadtumbaumanagement vor Ort eingerichtet. Das Büro am Brunnenplatz diente als Anlaufstelle für alle Fragen und Anregungen bezüglich des Stadtumbaus und stellt gleichzeitig eine Schnittstelle zwischen den Hustädtern und der städtischen Verwaltung dar. Als Grundlage diente dem Team des Stadtumbaumangement ein städtebauliches Entwicklungskonzept. Es definiert Ziele, Handlungsschwerpunkte und Massnahmen für den Erneuerungsprozess der Inneren Hustadt.

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Der Stadtumbau blickt nunmehr auf 8 Jahre erfolgreiche Arbeit zurück. In den vergangenen Jahren sind mehr als 10 Millionen Euro aus Mitteln der Städtebauförderung in der Inneren Hustadt investiert worden. Deutlich sichtbar sind die Neugestaltung des öffentlichen Raums und Investitionen in die Wohngebäude. Neben der Erneuerung der Straßen, Wege und Plätze sowie der Aufwertung der Häuser, wurde ein Farb- und Lichtkonzept umgesetzt und Erdgeschosszonen mit Zugang zum zentralen Brunnenplatz zu Ladenlokalen und Büros umgebaut. Im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsprozesses sind auch eine Vielzahl von sozialen und integrativen Projekten durchgeführt worden. So sind u.a. Kräuterbeete angelegt worden, die jungen Hustädter haben ein Musikvideo über ihr Quartier produziert und es wurde in Zusammenarbeit der lokalen Akteure ein jährliches Hustadtfest initiiert.

Durch das konsequente Zusammenwirken der Stadt Bochum mit den Wohnungsunternehmen, den privaten Haus- und Grundstückseigentümern, den sozialen und gemeinnützigen Trägern und der engagierten Bürgerschaft konnte der Stadtumbau erfolgreich gestaltet werden.

Mit Abschluss der letzten baulichen Maßnahmen im Frühjahr 2015 präsentiert sich die Hustadt nun in einem neuen Gewand und blickt auf reichhaltige Alleinstellungsmerkmale:

  • Studentenfreundlich: Nähe zur Uni und verhältnismäßig günstiges Wohnen
  • Familienfreundlich: Im Innenbereich quasi autofrei und große Wohnungen – familienfreundlich
  • Lage im Grünen – Naherholung
  • Außerdem: gute verkehrliche Einbindung und besondere Gestaltung mit Schieferfassaden und individuellen Farb- und Lichtkonzept

Damit auch nach Abschluss der großen Baumaßnahmen das neue Gesicht der Hustadt erhalten bleibt, ist in den kommenden Jahren die Verstetigung dieses erfolgreichen Prozesses umzusetzen. Das primäre Ziel besteht darin, die bestehenden Erfolge im Stadtteil zu sichern und eine dauerhafte Strategie für die zukünftige Entwicklung der Hustadt zu implementieren. Ein zentraler Kern der nachhaltigen Stadtteilentwicklung ist vor allem die erfolgreiche Netzwerkarbeit mit den örtlichen Akteuren fortzuführen und die Strukturen zur Bürgerbeteiligung und für bürgerschaftliches Engagement zu festigen.

Um sich dieser Herausforderung auch zukünftig stellen zu können, ist mit Mitteln des Stadtumbau West und der Stadt Bochum sowie Unterstützung des Job Centers Bochum ein Quartiersmanagement eingerichtet worden. Das neue Quartiersmanagement wird durch HUkultur (Förderverein Hustadt e.V.) betrieben und steht seit Anfang 2015 als Ansprechpartner für Fragen und Anregungen der Anwohner bereit. Die Quartiersmanager sind in den Räumlichkeiten von HUkultur am Brunnenplatz anzutreffen. Parallel zu den Vor-Ort Arbeiten wird ein Stadtumbaumanagement die letzten baulichen Maßnahmen begleiten und Strategien entwicklen, um die Stadtteilarbeit auch nach 2017 gewährleisten zu können. Mit dem Aufgabenfeld des Stadtumbaumanagements ist die PLANUNGSGRUPPE STADTBÜRO beauftragt. und ist per Mail zu erreichen oder nach Terminabsprache in der Hustadt anzutreffen. (stadtumbau@hustadt-bochum.de)

Weitere Infos zum Stadtumbau in Bochum:
http://www.bochum.de/stadtumbau